Approbationsausbildung in Systemischer Therapie

Ab dem Wintersemester 2020/21 wird die Systemische Therapie an der Psychologischen Hochschule Berlin als neue Approbationsausbildung angeboten werden. Genaue Informationen zum Ausbildungsablauf werden wir im Januar 2020 an dieser Stelle veröffentlichen.

 

Was ist Systemische Therapie?

Der Schwerpunkt der Systemischen Therapie wird auf den sozialen Kontext psychischer Störungen gesetzt. Es wird von der Grundannahme ausgegangen, dass für die Entstehung psychischer Störungen sowie deren Überwindung implizite Normen des Zusammenlebens eine entscheidende Rolle spielen. Wechselwirkungen zwischen intrapsychischen, biologisch-somatischen und interpersonellen Prozessen von Individuen und Gruppen werden als wesentliche Aspekte von Systemen betrachtet. Die Elemente dieser Systeme und ihre wechselseitigen Beziehungen sind in der Systemischen Therapie die Grundlage für die Diagnostik und die Therapie von psychischen Störungen.

Frei von einseitigen Ursache-Wirkungs-Beschreibungen wird in der systemischen Therapie das Verhalten jedes Systemmitglieds gleichzeitig als Ursache und Wirkung des Verhaltens anderer Mitglieder verstanden, während kulturelle, historische und biografische Variationen ebenfalls berücksichtigt werden. Auf dieser Grundlage wird angestrebt, zirkuläre problematische Muster im Verhalten und Wahrnehmung (Teufelskreise), an denen alle Beteiligten mitwirken, zu erkennen und herauszuarbeiten. Dies geschieht mittels Einbeziehung von Bezugspersonen und durch spezielle systemische Interventionen, die der Problemlösung dienen. Hierbei wird regelmäßig eine ressourcenorientierte Perspektive eingenommen.

 

Wie sieht die Ausbildung in Systemischer Therapie an der PHB aus?

Die Ausbildung in Systemischer Therapie hat zum Ziel, Absolventen und Absolventinnen zur systemisch therapeutischen Behandlung psychischer und psychosomatischer Störungen sowie chronischer Partnerschafts- und Ehekonflikte zu befähigen. Hierbei sollen theoretische Grundlagen der evidenzbasierten Systemischen Therapie vermittelt und zur weiteren Einnahme auch der theoretischen und wissenschaftlichen Perspektive angeleitet und angeregt werden.

An der PHB wird besonderer Wert auf verfahrensübergreifendes Wissen und methodenübergreifende Kompetenzen gelegt. Die Ausbildung zur Systemischen Therapie ist entsprechend im Grundausbildungsanteil methodenübergreifend und in der Vertiefungsphase methodenspezifisch angelegt. Alle wissenschaftlich anerkannten Verfahren (Gesprächspsychotherapie, Psychoanalyse, Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Verhaltenstherapie) werden auch anhand von Fallbeispielen vermittelt.

Kontakt

M.Sc. Mona Brettschneider