Prof. Dr. Renate Volbert

Professur für Rechtspsychologie

„An der Rechtspsychologie finde ich besonders faszinierend, dass man Wissen aus ganz unterschiedlichen psychologischen Grundlagenfächern auf anwendungsbezogene Fragen beziehen muss. In meinem Forschungsschwerpunkt – der Aussagepsychologie – geht es einerseits um Wahrnehmung und Erinnerung, andererseits um Kommunikation und Beeinflussung, aber auch entwicklungspsychologische und klinische Fragestellungen sind tangiert. Auch nach vielen Berufsjahren finde ich, dass ich in einem ausgesprochenen spannenden Bereich arbeite. In meiner Tätigkeit erlebe ich auch die Verbindung von Forschung und Praxis als großen Gewinn. Das gibt mir die Möglichkeit, Forschungsfragestellungen so zu formulieren, dass ein klarer Bezug zu tatsächlichen Problemen in der Praxis gegeben ist.
Durch meine eigene Sachverständigentätigkeit – und durch frühere Tätigkeit in der Weiterbildung junger Kollegen und Kolleginnen – habe ich ein Bild davon entwickelt, welches Wissen und welche Unterstützung man als Rechtspsychologin oder Rechtspsychologe auf jeden Fall braucht und auf welche möglichen Schwierigkeiten und Fehler man am besten möglichst frühzeitig hingewiesen werden sollte. Vor diesem Hintergrund stellte die Aufgabe, an der PHB einen postgradualen Masterstudiengang Rechtspsychologie aufzubauen, für mich eine spannende Herausforderung dar. Mit dem aktuellen Masterstudiengang Rechtspsychologie bieten wir eine unmittelbar praxisbezogene rechtspsychologische Weiterbildung auf hohem wissenschaftlichem Niveau an.“

Kontakt:
r.volbert@phb.de
Tel.: 030/ 20 91 66 – 290
Raum 3.28

 

Forschungsschwerpunkte:

  • Beurteilung der Glaubhaftigkeit von Aussagen
  • Suggestion
  • Befragung bei Verdacht auf Missbrauch und Misshandlung
  • Vernehmung und Aussageverhalten von Beschuldigten

 

Ausgewählte Publikationen:

Volbert, R., Schemmel, J., & Tamm, A. (2019). Die aussagepsychologische Begutachtung: Eine verengte Perspektive? Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie, 13(2), 108–124. https://doi.org/10.1007/s11757-019-00528-5

Volbert, R., May, L., Hausam, J., & Lau, S. (2019). Confessions and Denials When Guilty and Innocent: Forensic Patients’ Self-Reported Behavior During Police Interviews. Frontiers in Psychiatry, 10. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2019.00168

Maier, B. G., Niehaus, S., Wachholz, S., & Volbert, R. (2018). The strategic meaning of CBCA criteria from the perspective of deceivers. Frontiers in Psychology, 9. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2018.00855

Volbert, R. (2018). Scheinerinnerungen von Erwachsenen an traumatische Erlebnisse und deren Prüfung im Rahmen der Glaubhaftigkeitsbegutachtung: Eine rein traumatologische Perspektive ist irreführend. Praxis der Rechtspsychologie, 28(1), 61–95.

Volbert, R., & Steller, M. (2014). Is this testimony truthful, fabricated, or based on false memory? Credibility assessment 25 years after Steller and Köhnken (1989). European Psychologist, 19(3), 207–220. https://doi.org/10.1027/1016-9040/a000200

Volbert, R., Huber, A., Jacob, A. & Kannegießer, A. (Hrsg) (2019). Empirische Grundlagen der familienrechtlichen Begutachtung. Göttingen: Hogrefe.

Niehaus, S., Volbert, R. & Fegert, J. (2017). Entwicklungsgerechte Befragung von Kindern in Strafverfahren. Heidelberg: Springer.

Volbert, R. & Dahle, K.-P. (2010) Forensisch-psychologische Diagnostik im Strafverfahren. Göttingen: Hogrefe.