„Impfneid“: Neue Studie um Prof. Rentzsch untersucht Neiderfahrungen im Kontext von Covid-19

Prof. Katrin Rentzsch

Neid auf bereits geimpfte Menschen ist ein Phänomen, das im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie neu entstanden ist und in der Öffentlichkeit stark diskutiert wird. Wie verbreitet ist dieses Phänomen und womit hängt es zusammen? Diese Fragen untersucht die Forschungsgruppe um Prof. Katrin Rentzsch in ihrer aktuellen Studie „Impfneid in Zeiten von Covid-19“.

 

Seit Jahren befassen sich Prof. Dr. Katrin Rentzsch und ihre Doktorandin Elina Erz wissenschaftlich mit dem Thema Neid. Dabei untersuchen sie, warum sich Menschen im Neiderleben unterscheiden. „Diese Fragen wollen wir nun auch in die Erforschung von Impfneid einbringen.“, so Prof. Rentzsch. „Mit unserer Studie wollen wir einen wissenschaftlichen Beitrag zur aktuellen Impfneiddebatte leisten. Zur Zeit wird viel Spekulation betrieben, wenn es um Impfneid geht, und es liegen kaum Erkenntnisse über die tatsächlichen Erfahrungen von Menschen vor. Wir glauben, dass die Ergebnisse unserer Untersuchungen die aktuelle Debatte an dieser Stelle bereichern werden.“

 

Für ihre Studie „Impfneid in Zeiten von Covid-19“ untersuchen die Forscherinnen mithilfe einer Umfrage die Einstellungen und Wahrnehmungen von geimpften und ungeimpften Personen. Dabei gehen sie etwa der Frage nach, ob Impfneid wirklich so verbreitet ist wie angenommen. „Wir fragen uns zum Beispiel, ob wirklich alle Phänomene, die unlängst als ‚Impfneid‘ bezeichnet werden, tatsächlich die Emotion Neid widerspiegeln – oder ob dahinter vielleicht etwas anderes steckt, wie zum Beispiel Ärger, Politikverdrossenheit oder Wahrnehmung von Ungerechtigkeit“, so Prof. Rentzsch.

 

Die Wissenschaftlerinnen gehen darüber hinaus davon aus, dass Impfneid kein einheitliches Phänomen ist, sondern dass sich Menschen darin unterscheiden, wie stark Impfneid bei ihnen ausgeprägt ist. Entsprechend verfolgt das Forschungsteam in der Studie auch die Frage, worauf diese Unterschiede zurückzuführen sind und mit welchen Persönlichkeitsmerkmalen sie zusammenhängen. So unterscheiden sich Menschen etwa in ihrer Neigung, sich mit anderen Menschen zu vergleichen, was wiederum mit der Ausprägung von Impfneid zusammenhängen könnte.

 

Nicht zuletzt gehen die Forscherinnen schließlich der Frage nach, ob Impfneid auch andere als nur problematische Effekte haben könnte: „In der Neidforschung wird häufig berichtet, dass Neid auch positive Konsequenzen haben kann. Wir wollen herausfinden, ob das auch auf Impfneid zutrifft und ob Impfneid beispielsweise mit einer Erhöhung der Impfmotivation einhergeht“, so Prof. Rentzsch.

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