CBASP-Curriculum

CBASP (Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy) wurde spezifisch zur Behandlung der chronischen Depression als schulenübergreifende Psychotherapie entwickelt, wobei die Strategien auch bei anderen Patienten (insb. mit frühen traumatisierenden Beziehungserfahrungen) hilfreich erscheinen.

 

 

Was verbirgt sich hinter CBASP?

 

Chronisch depressive Patienten können für PsychotherapeutInnen oder ein stationäres Behandlungsteam aufgrund der Schwierigkeit, mit ihnen in eine offene, vertrauensvolle, konstruktive Beziehung zu treten, eine große Herausforderung darstellen. Diese Patienten erscheinen im therapeutischen Kontakt häufig besonders verschlossen, zurückhaltend, ängstlich, misstrauisch bis hin zu passiv-aggressiv bzw. feindselig oder suizidal. Durch die Kenntnis ihrer frühen traumatisierenden Beziehungserfahrungen sind diese Verhaltensweisen oft erklärbar, jedoch behindern sie den Aufbau der Beziehung, Therapiefortschritt und lösen in Psychotherapeuten nicht selten negative Emotionen aus.

 

Das Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) von James McCullough ist bisher die einzige Psychotherapie, welche spezifisch für diese Patientengruppe entwickelt wurde. Ausgehend von der Psychopathologie dieser Patienten werden in CBASP schulenübergreifend behaviorale, kognitive, psychodynamische und interpersonelle Strategien integriert. Als besonders innovativ und hilfreich wird die Beziehungsgestaltung durch umsichtige Selbstöffnung des Therapeuten betrachtet. Die Wirksamkeit von CBASP wurde in mehreren randomisiert-kontrollierten Studien und einer ersten Metaanalyse nachgewiesen, so dass CBASP in internationalen und deutschen Leitlinienempfehlungen Eingang fand.

 

 

CBASP Curriculum – Herbst 2016 bis Sommer 2017

 

Die Fortbildung wird in Workshops mit verschiedenen Schwerpunkten angeboten. Es handelt sich um fortlaufende Kurse (je 12 UE), die alle auch einzeln und unabhängig voneinander buchbar sind.

 

Leitung

Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier (PHB und Philipps-Universität Marburg)  & Prof. Dr. Nikola Stenzel (PHB)

 

CBASP-Trainer

Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier (PHB und Philipps-Universität Marburg), Prof. Dr. Nikola Stenzel (PHB) sowie Dipl.-Psych. Stefanie Berg (Zürich), Ruth Fangmeier (Freiburg), Dr. Anne Guhn (Berlin), Dr. Maria Kensche (Lübeck), Dr. Philipp Klein (Lübeck), PD Dr. Stephan Köhler (Berlin), Dr. Angela Merkl (Berlin), Prof. Dr. Philipp Sterzer (Berlin)

 

Zielgruppe

Psychologische und ärztliche Psychotherapeuten, PiAs und Ärzte in Weiterbildung, Pflegepersonal und andere Fachkräfte, die mit chronisch depressiven Menschen therapeutisch arbeiten

 

 

Termine ab Herbst 2016 bis Sommer 2017 

 

CBASP Einführungsworkshops

03./04.02.2017 Maria Kensche & Simon Bollmann

 

CBASP Aufbauworkshops (wahlweise)

Intensivierung CBASP als ambulante Einzeltherapie:

30.09./01.10.2016 Maria Kensche & Stephan Köhler
28./29.04.2017 Angela Merkl & Anne Guhn  

 

CBASP als stationäres Konzept und als Gruppentherapie:

27./28.01.2017 Stefanie Berg & Stephan Köhler

 

CBASP Praxistage:

11./12.11.2016 Stefanie Berg & Philipp Sterzer

07./08.04.2017 Eva-Lotta Brakemeier & Philipp Sterzer (inkl. Stationäres Konzept und Gruppentherapie bei Bedarf)

19./20.05.2017 Nikola Stenzel & Jan Spies

 

Workshopzeiten

Freitag 15.00 bis 19.30 Uhr (5 UE)

Samstag 9.30 bis 16.30 Uhr (7 UE)

 

Ort

Psychologische Hochschule Berlin (PHB)

Am Köllnischen Park 2

10179 Berlin

Die PHB liegt sehr zentral im Bezirk Mitte (Grenze zu Kreuzberg). Sie ist vom Hauptbahnhof in nur 15 Minuten mit der S-Bahn zu erreichen.

 

Kosten

260,00 € pro Wochenende (12 UE)

230,00 € Mitglieder des CBASP-Netzwerkes

180,00 € Psychologen/Ärzte in Ausbildung

 

Bei gleichzeitiger Buchung von mehreren Workshops kostet jeder Workshop jeweils 20 € weniger. Die Teilnahmegebühren umfassen die Workshopgebühren, umfangreiche Handoutmaterialien, Getränke und
Pausensnacks.

 

Sämtliche Veranstaltungen sind bei der Psychotherapeuten-Kammer  Zertifizierung eingereicht und können damit als Fortbildungsnachweis im Sinne der Fortbildungsverpflichtung anerkannt werden. Die Berliner Ärztekammer erkennt bis zu 30 Fortbildungseinheiten pro Jahr von Veranstaltungen an, die von der Berliner Psychotherapeuten-Kammer zertifiziert sind.

 

Anmeldung

Bitte melden Sie sich an bei Alexandra Robak

Tel. 030/ 20 91 66 – 201

a.robak@psychologische-hochschule.de

oder per Post:

Psychologische Hochschule Berlin,
Am Köllnischen Park 2, 10179 Berlin

 

Die Anmeldung sollte bis spätestens 10 Tage vor dem jeweiligen Workshop erfolgen. Ein Rücktritt von der Teilnahme sollte bis 2 Wochen vor Beginn erfolgen, ansonsten muss leider die gesamte Teilnahmegebühr gezahlt werden, es sei denn, ein Teilnehmer der Warteliste rückt nach. Die Kosten für nicht besuchte Workshops können nicht rückerstattet werden, jedoch kann der Workshop selbstverständlich zu einem anderen Zeitpunkt nachgeholt werden. Sollte ein Workshop ausfallen, wird den Teilnehmern natürlich die volle Gebühr erstattet.

 

Teilnehmeranzahl

Mindestteilnehmerzahl: 8 pro Workshop

Maximalteilnehmerzahl: 24 pro Workshop

Bei weniger als 14 Teilnehmern finden die Kurse ggf. nur mit einem Trainer statt, bei mehr als 14 Teilnehmern immer mit 2 Trainern.

 

Supervision

Wenn gewünscht, unterstützen wir Sie beim Finden von SupervisorInnen oder übernehmen selbst die Supervision.

 

Zertifizierung

Unser Curriculum erfüllt die Fortbildungsrichtlinien des Dachverbands CBASP-Netzwerk e.V.. Für die Zertifizierung sind ein Einführungs- und ein Aufbau-Workshop sowie zwei Praxistage notwendig (alle a 12 UEs), Kriterien s. nächste Seite und www.cbasp-network.org. Bereits anderweitig absolvierte CBASP-Kurse werden angerechnet, sofern sie von einem zertifizierten CBASP-Trainer (gemäß Dachverband) durchgeführt wurden.

 

Unterkunft

Gerne helfen wir Ihnen bei der Suche durch Empfehlungen für zentral gelegene Unterkunftsmöglichkeiten.

 

 

Informationen zum Workshop

 

CBASP Einführungsworkshop (12 UE)

Im Einführungsworkshop wird zunächst die spezifische Psychopathologie der chronischen Depression herausgearbeitet, die durch frühe traumatisierende Beziehungserfahrungen, eine Wahrnehmungsentkopplung sowie interpersonelle Probleme gekennzeichnet ist. Im weiteren Verlauf werden praxisnah unterstützt durch Videobeispiele, Demonstrationen und Übungen sämtlicher CBASP Strategien vorgestellt: Die Liste prägender Bezugspersonen mit Übertragungshypothesen, die Interpersonelle Diskriminationsübung, das Disziplinierte Persönliche Einlassen, der Kiesler Kreis sowie die Situationsanalyse mit Rollenspielen. Didaktisch kommen neben der praxisnahen Vermittlung der Theorie Life- und Videodemonstrationen sowie Kleingruppenübungen mit Coaching zum Einsatz.

 

CBASP Aufbauworkshop (12 UE) (Teilnahmevoraussetzung: Einführungs-WS)

In den Aufbauworkshops können die Teilnehmer je nach Bedürfnis und Setting, in welchem sie arbeiten, die CBASP-Strategien intensivieren bzw. modifizierte Konzepte durch Life- und Videodemonstrationen sowie Kleingruppenübungen mit Coaching kennen lernen.

Der Workshop Intensivierung CBASP als ambulante Einzeltherapie richtet sich an ambulant arbeitende KollegInnen, welche ihre CBASP Kenntnisse für Einzeltherapien intensivieren möchten. Nach einer Bedürfnisabklärung werden die Strategien intensiv trainiert. Es wird empfohlen, eigene Erfahrungen und Fälle in den Workshop einzubringen.

Der Workshop CBASP als stationäres Konzept und als Gruppentherapie wendet sich an alle Kollegen, welche stationär mit chronisch depressiven Patienten arbeiten und/oder CBASP in (ambulanten) Gruppen anbieten möchten. Im Workshop werden sämtliche Bausteine der stationären CBASP Therapie vorgestellt und durch Videos, Demos und Kleingruppen veranschaulicht und geübt. Dabei werden schwerpunktmäßig die Module einer CBASP-Gruppentherapie vorgestellt und erprobt. Unterschiedliche Durchführungsbedingungen (mit oder ohne zusätzliche Einzeltherapie, offene oder geschlossene Gruppen, Dauer der Therapie, Zusammensetzung der Patienten, etc.) werden diskutiert.

Es wird ausreichend Zeit für Diskussionen geben, wie die Teilnehmer in ihren Kliniken oder Praxen unter den vorhandenen Bedingungen CBASP umsetzen können.

 

CBASP Praxistage (12 UE) (Teilnahmevoraussetzung: mind. ein vorheriger Workshop und Arbeit mit eigenen Fällen)

Die Praxistage widmen sich schwerpunktmäßig der spezifischen Beziehungsgestaltung in CBASP. Häufig auftretende schwierige Therapiesituationen (wie z.B. besonders verschlossenes, feindseliges, suizidales Patientenverhalten) sowie eigene Fälle werden durch Videobeispiele sowie ein Training im Disziplinierten Persönlichen Einlassen einschließlich der Interpersonellen Diskriminationsübung supervidiert geübt. Zudem werden während der Praxistage auch die Strategien der Situationsanalyse einschließlich Kiesler Kreis und Rollenspiele anhand Demonstrationen, Videos und eigener Fälle geübt. Die Teilnehmer können anhand eigener Fälle die Strategien in Kleingruppen mit Coaching üben. Schließlich wird auch Selbsterfahrung in die Praxistage integriert (z.B. Durchführung einer eigenen Situationsanalyse oder Erstellung einer eigenen Liste prägender Bezugspersonen).

 

Zusammenfassung der Zertifizierungskriterien für Psychologen und Ärzte (gemäß Dachverband CBASP Netzwerk e. V., genaue Kriterien auch für Co-Therapeuten, für die ausführliche Darstellung der Kriterien s. www.cbasp-network.org/index.php/zertifizierung)

 

I. 24 UE didaktische Vermittlung des Verfahrens (z.B. Einführungs- und ein Aufbau-Workshops, Vertiefungskurse)

 

II. 24 UE Praxistage (Üben der Techniken in Kleingruppen, z.B. Aufbaukurse, Praxistage)

 

III. Mind. 25 Stunden Video- oder audiogestützte Supervision von 2 chronisch depressiven Patienten (davon mind. ein ambulanter Fall und mindestens 25 Therapiesitzungen pro Patient) durch einen zertifizierten Supervisor im In- oder Ausland. Mind. 15 Stunden sollte als Einzelsupervision erfolgen, 10 Stunden können auch in der Gruppe anerkannt werden.

 

IV. Erfüllen der formalen Adhärenz-Kriterien beim zweiten Supervisionsfall

 

V. Mitglied des CBASP-Netzwerk e.V.

 

Endpunkt: International anerkannte Zertifikation in CBASP durch das CBASP National Training Program, Inc. von James McCullough