Forschungsprojekt: „Therapie und Glaubhaftigkeit von Aussagen“

Zeitperspektive: 2020-2024

Ziel:
Im Rahmen von Glaubhaftigkeitsgutachten ist u.a. zu prüfen, ob Aussagen auf Scheinerinnerungen basieren können. Unter bestimmten therapeutischen Rahmenbedingungen können Scheinerinnerungen auch im Rahmen von psychotherapeutischen Prozessen entstehen. Therapeutische Prozesse sind daher regelmäßig Gegenstand von Glaubhaftigkeitserörterungen in rechtlichen Verfahren. Es liegt aber wenig empirische Forschung zu der Frage vor, wie häufig und unter welchen Rahmenbedingungen es zu Wiedererinnerungen bis dahin nicht erinnerter relevanter Ereignisse in Therapien kommt. Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, durch Befragung von Therapeut:innen systematisch Informationen darüber zu erheben, unter welchen Rahmenbedingungen wiederentdeckte Erinnerungen auftreten, um was für Inhalte es sich handelt und wie damit in Therapien umgegangen wird. Untersucht wird ferner, bei welchen spezifischen psychotherapeutischen Verfahren Therapeut:innen Modifikationen von Erinnerungen vermuten/beobachten bzw. bei welchen Verfahren von solchen Effekten nicht auszugehen ist.

Publikationen:

Schemmel, J., Datschewski-Verch, L., & Volbert, R. (2024). Recovered memories in psychotherapy: A survey of practicing psychotherapists in Germany. Memory, 32(2), 176–196. https://doi.org/10.1080/09658211.2024.2305870 

Schemmel, J. & Volbert, R. (2022). Therapie oder Glaubhaftigkeit? Psychotherapeutische Behandlung bei laufenden Strafverfahren. In R. Deckers & G. Köhnken (Hrsg.), Die Erhebung und Bewertung von Zeugenaussagen im Strafprozess (S. 25-44). Berlin: Berliner Wissenschaftsverlag.

Schemmel, J. & Volbert, R. (2021). Therapie oder Glaubhaftigkeit. Psychotherapeutische Behandlung bei laufenden Strafverfahren. Report Psychologie, 46 (10), 14-24

Finanzierung: Eigenmittel

Kontakt: r.volbert@phb.de