Forschungsprojekt: What makes a good therapist? Therapeuteneffekte, interpersonelle Fähigkeiten von TherapeutInnen, therapeutische Kompetenz

Projektträger: Heigl-Stiftung
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Projektlaufzeit: 2019-2025
Projektleitung: Prof. Dr. Antje Gumz
Projektmitarbeiterinnen: Dr. Denise Kästner, Merle Longley, Fabian Franken

Therapeutinnen und Therapeuten unterscheiden sich in ihrer durchschnittlichen Kompetenz, eine gute Therapiebeziehung herzustellen und aufrechtzuerhalten und so in ihrer Fähigkeit, erfolgreiche Psychotherapien durchzuführen. Dies lässt sich unter anderem dadurch erklären, dass sie über ein unterschiedliches individuelles Maß an interpersonellen Fähigkeiten verfügen (wie z.B. Empathie, Emotionsausdruck, Wärme). Therapeuten, die auf eine stärker ausgebildete interpersonelle Kompetenz zurückgreifen können, gelingt es besser, eine gute Therapiebeziehung aufrechtzuerhalten und deren Patienten haben bessere Therapieergebnisse. Die Entwicklung dieser interpersonellen Kompetenz ist somit therapiemethodenunabhängig eine zentrale Aufgabe der Psychotherapieausbildung. Um entsprechende Kompetenzen gezielt entwickeln zu können, ist es hilfreich, besser zu verstehen, welche Merkmale von Therapeuten mit besseren oder schlechteren interpersonellen Fähigkeiten einhergehen.

In einem abgeschlossenen Projekt hat unsere Arbeitsgruppe eine deutsche Version des Facilitative Interpersonal Skills Tests (FIS, Anderson et al. 2009) zum Messen hilfreicher interpersoneller Fähigkeiten entwickelt und psychometrisch geprüft (FIS-Übung, Gumz et al., 2020). Dies umfasste zum einen die Produktion von Videoclips, in denen herausfordernde Patientenreaktionen nachgespielt wurden sowie die Entwicklung und psychometrische Prüfung des zugehörigen FIS-Manuals zur Beurteilung der interpersonellen Fähigkeiten der Testteilnehmer. Im Rahmen der FIS-Übung reagieren Teilnehmer verbal auf herausfordernde Patientenäußerungen, die in Videoclips nachgespielt wurden (in der deutschen Version 13 Videoclips). Die Reaktionen werden audioaufgezeichnet und von geschulten Ratern beurteilt.

In unseren laufenden Projekten geht es darum, den Effekt individueller Persönlichkeitsmerkmale (z.B. Selbstkonzept, Bindung, Emotionsregulation, Alexithymie, traumatische Kindheitserfahrungen) auf die interpersonellen therapeutischen Fähigkeiten von Therapeuten sowie den Effekt der interpersonellen Fähigkeiten auf das Therapieergebnis zu überprüfen. Des Weiteren befassen wir uns im Kontext des „Wounded healer“ – Konzepts mit Zusammenhängen zwischen Kindheitstraumata, Bindung und therapeutischer Bündnisfähigkeit und wir untersuchen potentielle Prädiktoren für eine Selbstüberschätzung der eigenen interpersonellen Fähigkeiten (Selbstüberschätzungsbias von Therapeuten).

Kooperationspartner: Prof. T. Anderson, Ohio University; Prof. B. Strauß, FSU Jena; Prof. Geyer, AfP Erfurt; Prof. Brockmeyer, Universität Göttingen; Dr. Reininger, Dr. Zapf, UKE Hamburg; Dr. phil. Zarbock, IVAH Hamburg; Hr. Meier, APP Köln; Hr. Kretzschmar, IfP Potsdam; Dr. Siegl, CIP Bamberg; Dr. Rotter, DGVT Berlin; Hr. Dannhäuser, Dr. Dürich, WAP Dortmund

Kontakt: a.gumz@phb.de; Tel. 030/ 20 91 66-282