Forschungsprojekt: Politik und Psychotherapie

Projektlaufzeit: 2025-2029
Projektleitung: Prof. Dr. Antje Gumz
Projektmitarbeitende: Lilli Katharina Kalmbach, Florian Schluckebier

Politik und politische Haltungen gewinnen in unterschiedlichen Lebensbereichen zunehmend an Relevanz. Eine steigende Politisierung und Tendenzen affektiver Polarisierung prägen neben dem öffentlichen Diskurs die Wahrnehmung anderer Menschen und interpersonelle Beziehungen. Politische Inhalte werden auch in psychotherapeutischen Sitzungen häufig thematisiert. Dies kann sich auf therapeutische Prozesse und die Gestaltung der therapeutischen Beziehung auswirken. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem noch wenig untersuchten Forschungsfeld hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Vor diesem Hintergrund haben wir Studienergebnisse zur Rolle von Politik, politischen Haltungen und politisch geprägten Wertvorstellungen in der ambulanten psychotherapeutischen Behandlung und im Hinblick auf die therapeutische Beziehungsgestaltung in einem Review zusammengefasst (Kalmbach, Strauß u. Gumz, 2026). Befunde weisen darauf hin, dass politische Übereinstimmung den Beziehungsaufbau erleichtern kann. Politisch divergierende Haltungen können herausfordernd sein, bieten aber bei gelingendem Umgang damit ein großes klinisches Potenzial. In zwei qualitativen Studien befragen wir Psychotherapeuten und untersuchen, inwieweit Politik und politische Haltungen bzw. Politisierung und affektive Polarisierung eine Rolle in ambulanten Psychotherapien (Substudie 1: Einzelsetting, Substudie 2: Gruppensetting) spielen.

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Prof. Antje Gumz