Vielfalt der Rechtspsychologie - Putting Science into Practice

Die Rechtspsychologie ist ein angewandtes Feld der Psychologie, das mithilfe empirisch-wissenschaftlicher Methoden Fragestellungen zum menschlichen Erleben und Verhalten innerhalb des Rechtssystems bearbeitet. Beispiele für rechtspsychologische Arbeitsfelder sind die Erstellung psychologischer Gutachten z.B. zur Rückfallprognose von Straftätern oder zur Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen, die Behandlung von (psychisch kranken) Straftätern oder die Polizeipsychologie.

In der Reihe „Vielfalt der Rechtspsychologie – Putting Science Into Practice“ des M.Sc. Rechtspsychologie an der Psychologischen Hochschule Berlin (PHB) stellen Expertinnen und Experten der Rechtspsychologie aus ganz Deutschland ihr jeweiliges Arbeitsfeld vor. Dabei wird der wissenschaftliche Erkenntnisstand zum eigenen Arbeitsbereich vorgestellt und anschaulich auf praktische Fragestellungen im rechtlich-psychologischen Alltag bezogen.

prof_dahle

Nächster Vortrag

Kann man Gefährlichkeit messen?

Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle
Universität Hildesheim
Professor für Rechtspsychologie

07. Juli 2022  | 19:00 – 20:30 Uhr
Online-Vortrag auf Zoom

Hintergrund

Die Frage, ob man Gefährlichkeit messen kann, beschäftigt die Menschheit seit geraumer Zeit. Auch die Wissenschaft hat immer wieder Versuche unternommen, neue methodische Entwicklungen jeweils zu diesem Zweck zu erproben. Die meisten dieser Versuche blieben jedoch unbefriedigend. Gleichzeitig wächst hierzulande die Notwendigkeit solcher Messungen, hat der Gesetzgeber in den vergangenen Jahrzehnten doch die Notwendigkeit von Gefährlichkeitseinschätzungen im Rahmen juristischer Entscheidungen über Rechtsbrecher erheblich ausgeweitet. In seinem Vortrag gibt Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle einen Überblick über die aktuell gebräuchlichen und wissenschaftlich fundierten Methoden der Gefährlichkeitsprognose und stellt Möglichkeiten und Grenzen der unterschiedlichen Methoden vor.

Über Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle

  • Fachpsychologe für Rechtspsychologie (BDP/DGPs), Fachpsychologe für Klinische Psychologie/Psychotherapie (BDP), Psychologischer Psychotherapeut (Verhaltenstherapie)
  • seit 2017 Professor für Rechtspsychologie an der Universität Hildesheim
  • seit 2006 wiss. Mitarbeiter an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Forensische Psychiatrie
  • 1995 Promotion an der Freien Universität Berlin
  • 1987 Diplom in Psychologie, Bonn

Bisherige Veranstaltungen der Reihe:

05.05.2022
„Ein Missbrauch, den es nie gab – Wie Scheinerinnerungen entstehen und was Psychotherapie damit zu tun haben kann“

Dr. Jonas Schemmel
Leiter der Forschungseinheit „Formen und Folgen abweichenden Verhaltens“ am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen

28.10.2021
Stalking – Erscheinungsformen, Täter und Opfer, Intervention

Prof. Lena Posch
Professorin für Rechtspsychologie an der Hochschule in der Akademie der Polizei Hamburg

22.04.2021
Mission (im)possible?! – Zur Behandlung von Sexualstraftätern

Dr. Martin Schmucker
Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Psychologische Diagnostik, Methodenlehre und Rechtspsychologie

19.11.2020
„Lügendetektion – Funktioniert das?“

Prof. Dr. Matthias Gamer
Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Institut für Klinische Experimentelle Psychologie

16.01.2020
„Falsche Geständnisse – Warum Menschen Verbrechen gestehen, die sie nicht begangen haben“

Prof. Dr. Volbert
Professorin für Rechtspsychologie an der Psychologische Hochschule Berlin (PHB)

07.11.2019
„Was ist eigentlich ein Psychopath? – Mythos und Realität“

Prof. Dr. Mokros
Leiter des Fachbereichs Persönlichkeits-, Rechtspsychologie und Diagnostik an der Fernuniversität Hagen

23.05.2019
„Sexueller Kindesmissbrauch in digitalen Medien – Phänomenologie, Prävalenz, Prävention von Online Grooming“

Dr. Laura Kuhle
Sexualtherapeutin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin an der Charité Berlin

07.02.2019
„Messer weg!“ – Polizeilicher Umgang mit psychisch erkrankten Personen im Spannungsfeld zwischen Kommunikation und Zwangsanwendung“

Prof. Dr. Biedermann
Professor an der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg

22.11.2018
„Therapieziel: Vermeidung schwerer Straftaten – Ambulante forensische Nachsorge für entlassene Gewalt- und Sexualstraftäter“

Dr. Tatjana Voß
Leiterin der Forensisch-Therapeutischen Ambulanz, Charité Berlin