Forschungsprojekt Prof. Dr. Jacobi / Prof. Dr. Storck: Psychotherapie-Integration als Herausforderung für Forschung und Praxis

Leitung: Prof. Dr. Jacobi, Prof. Dr. Storck
Förderung: Hausmittel
Laufzeit: seit 2017
Mitarbeiter/-innen: Prof. Dr. Frank Jacobi, Dipl.-Psych. Damaris Brodrück, Prof. Dr. Timo Storck et al.

Zusammenfassung:

Die Beschäftigung mit Psychotherapie-Integration berührt das Selbstverständnis der Psychotherapie als Forschungsgegenstand und als gelebte Praxis. Fragen, die sich heute hierzu stellen, unterscheiden sich inhaltlich nicht von jenen, die seit den Anfängen der wissenschaftlichen Psychotherapie gestellt werden: Wie entstehen und verlaufen psychische Störungen und Probleme? Welche Mittel und Methoden helfen betroffenen Menschen (am besten)? Wie kann man psychotherapeutische Prozesse verstehen und Veränderungen im Zuge psychotherapeutischer Behandlungen erklären? Anders als bei den anerkanntermaßen vier großen Hauptströmungen der Psychotherapie (humanistische, psychodynamische, systemische und verhaltenstherapeutische Verfahren) lässt sich eine einigermaßen einheitliche Tradition einer „Integrativen Psychotherapie“ kaum ausmachen. Es gibt eine Vielzahl an Ansätzen und Befunden zu integrativen Bemühungen, die zunächst sehr unsystematisch (und dabei oft überlappend) ausgestaltet und auf verschiedensten Abstraktionsebenen angesiedelt sind.

Entsprechende Zugänge und Agenden der wissenschaftlichen Betrachtung integrativer Psychotherapie und ihrer Historie werden PHB-intern fortlaufend zusammengetragen und diskutiert. Vorweggenommen sei, dass es derzeit nicht möglich (und vielleicht auch gar nicht wünschenswert) ist, von einer „Integrativen Psychotherapie“ im Sinne einer einheitlichen Strömung oder Schule zu sprechen – aber dass es durchaus bereichernd sein kann, in Forschung und Praxis ein integratives Denken zu pflegen, das „über den Tellerrand“ der klassischen Psychotherapieverfahren hinausblickt.

Kontakt: f.jacobi@phb.de

 

 

Publikationen und sonstige Beiträge: 

Thom, J., Bretschneider, J., Kraus, N., Handerer, J., Jacobi, F. (2019). Versorgungsepidemiologie psychischer Störungen. Warum sinken die Prävalenzen trotz vermehrter Versorgungsangebote nicht ab? Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz, 2, 128-139.

Jacobi, F., Jungfer, J., Schuhmann, T., Thom, J. (2019). Ein versorgungsepidemiologisches Paradox? Warum sinkt die Häufigkeit psychischer Störungen trotz vermehrter Behandlungsangebote nicht? Report Psychologie, 44(4), 2-7.

Handerer, J.*, Thom, J.*, Jacobi, F. (2018). Die vermeintliche Zunahme der Depression auf dem Prüfstand. Epistemologische Prämissen, epidemiologische Daten, transdisziplinäre Implikationen. In: T. Fuchs, L. Iwer, S. Micali (Hrsg.): Das überforderte Subjekt, S. 159-209. Frankfurt: Suhrkamp. [*: geteilte Erstautorenschaft]

Jacobi, F. & Linden, M. (2018). Macht die moderne Arbeitswelt psychisch krank – oder kommen psychisch Kranke in der modernen Arbeitswelt nicht mehr mit? Arbeitsmedizin – Sozialmedizin – Umweltmedizin (ASU), 53, 530-536.

Jacobi, F., Handerer, J., Kraus, N., Nübel, J., Thom, J. (2019). Vermehrte Behandlung, aber keine sinkenden Prävalenzen psychischer Störungen: Ein Paradoxon? Vortrag auf dem 11. Workshopkongress für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Erlangen, 29.5.-1.6.2019.

Jacobi, F., Handerer J., Thom, J. (2018). Die vermeintliche Zunahme der Depression auf dem Prüfstand: Epidemiologische Daten und ihre Implikationen. Symposium „Das überforderte Subjekt“, DGPPN-Kongress 2018, Berlin, 30.11.2018.

Jacobi, F., Handerer J., Thom, J. (2018). Ist die Depression eine „Zeitkrankheit“? Überlegungen zu kulturkritischen Annahmen und empirischen Daten zur vermeintlichen Zunahme psychischer Diagnosen. Vortrag auf der Langen Nacht der Wissenschaften, Berlin, 9.6. 2018.

Thom, J., Jacobi, F., Nübel, J., Mauz, E., Hölling, H. (2019). Warum sinken Prävalenzen psychischer Störungen trotz des Ausbaus von Versorgungsangeboten nicht ab? Versorgungsepidemiologischer Überblick und Vorstellung des Projekts „Aufbau einer nationalen Mental Health Surveillance“ am Robert Koch-Institut. Vortrag auf Zi Congress Versorgungsforschung, Berlin, 5.-6-6-2019.