Mai
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Prof. Timo Storck: „Psychoanalytische Bedeutungstheorien“ • Öffentliche Vorlesung

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Hat alles mit Sex und Gewalt zu tun, woran wir denken und worüber wir sprechen? Wie begründet sich eine psychoanalytische Deutung der Bedeutungen von Traum, Symptom oder anderen Elementen, an denen unbewusste Prozesse und Inhalte beteiligt sein sollen? Im zweiten Teil der aktuellen Vorlesungsreihe steht im Mittelpunkt, welche Theorie psychischer Bedeutung der Psychoanalyse zugrunde liegt.

Prof. Dr. Timo Storck

Als eine spezifisch psychoanalytische Inverventionsform hat die Deutung einen wesentlichen Platz im Setting und Rahmen psychoanalytischer Behandlungsprozesse. Sie beruht auf der Regressionsförderung, richtet sich auf (dynamisch) Unbewusstes und soll zu einem Durcharbeiten anstoßen, in dessen Verlauf psychische Veränderung möglich wird. In seiner Vorlesungsreihe nimmt Prof. Timo Storck im Sommersemester die Bedeutungs- und die Veränderungstheorie der Psychoanalyse in den Blick und prüft, wie der besondere „Austausch von Worten“ (Freud) im Rahmen der analytischen Beziehung Wirkungen nach sich zieht.

Im zweiten Teil der aktuellen Vorlesungsreihe steht im Mittelpunkt, welche Theorie psychischer Bedeutung der Psychoanalyse zugrunde liegt. Hat alles mit Sex und Gewalt zu tun, woran wir denken und worüber wir sprechen? Wie begründet sich eine psychoanalytische Deutung der Bedeutung von Traum, Symptom oder anderen Elementen, an denen unbewusste Prozesse und Inhalte beteiligt sein sollen? Prof. Storck beleuchtet hier noch einmal den speziellen Begriff psychoanalytischer Deutung, die mit der freien Assoziation zusammenhängt (= etwas erlangt Bedeutung durch das, womit es subjektiv assoziiert ist). Er geht weiterhin auf die Position der psychoanalytischen Erkenntnisweise zwischen Verstehen und Erklären ein und arbeitet vor diesem Hintergrund den Stellenwert der Deutung als Prozesselement heraus: Die Deutung steht in der Psychoanalyse nicht am Ende eines Verstehensprozesses, sondern soll dazu anstoßen, etwas psychisch (anders als zuvor) repräsentieren zu können.

Eine Live-Demonstration analytischer Behandlung mit einem/einer Simulationspatienten/-in veranschaulicht das Gemeinte.

Weitere Themen der Vorlesungsreihe werden sein:

  • 26.05.2020: Diverse Deutungen: Was muss/kann/sollte in psychotherapeutischen Prozessen (nicht) bearbeitet werden?
  • 09.06.2020: Psychoanalytische Veränderungstheorien im Wandel
  • 23.06.2020: Deutung interdisziplinär

In acht Semestern hat Prof. Timo Storck im Rahmen seiner öffentlichen Vorlesung ein Konzept psychodynamischen Denkens in den Blick genommen. Dabei hat er eine kritische konzeptgeschichtliche Darstellung vorgenommen, welche die Linie wichtiger Weiterentwicklungen seit Freud nachgezeichnet und geprüft hat. Dabei hat er nicht nur die Relevanz psychoanalytischer Konzepte ins Auge genommen, sondern auch die Fragen nach den Bezügen zu anderen psychotherapeutischen Richtungen und zur wissenschaftlichen Interdisziplinarität verfolgt.

Die Vorlesungsreihe ist Teil des Masterstudiengangs Psychologie und offen für Besucher, die gern in das Psychologiestudium hineinschnuppern oder die Hochschule kennenlernen wollen. Auch alle, die sich für das Thema interessieren, sind herzlich willkommen!

Details:

Termin
Uhr
Standort
Psychologische Hochschule Berlin
Am Köllnischen Park 2
10179 Berlin