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Prof. Matthias Gamer: „Lügendetektion – Funktioniert das?“ • Öffentlicher Vortrag im Rahmen der Reihe „Vielfalt der Rechtspsychologie“

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Welche Mittel werden heutzutage im Rahmen polizeilicher Vernehmungen benutzt, um Lügen auf die Spur zu kommen? Funktioniert der klassische Lügendetektor – und wenn ja, wie wird er eingesetzt? Im Rahmen der öffentlichen Vortragsreihe „Vielfalt der Rechtspsychologie – Putting Science into Practice“ stellt Prof. Dr. Matthias Gamer von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg am 19. November moderne Verfahren der Lügendetektion vor. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wird der Vortrag webbasiert über Zoom stattfinden.

Lügen begegnen uns jeden Tag. Oft sind sie harmlos, manchmal hilfreich oder sogar selbstlos. In bestimmten Situationen sind sie jedoch gefährlich, z.B. wenn ein Straftäter damit erfolgreich einer Verurteilung entgehen kann. Schon seit Jahrhunderten werden deshalb unterschiedliche Methoden zur Aufdeckung von Lügen propagiert. Als sogenannter „Lügendetektor“ ist der Polygraph besonders bekannt geworden, der vor mehr als 100 Jahren erstmals entwickelt und eingesetzt wurde. Polygraphen beruhen auf der Messung von Körperreaktionen wie Herzfrequenz oder Hautleitfähigkeit, während eine verdächtige Person zu einer Straftat befragt wird. Aber funktionieren Polygraphen auch?

In diesem Vortrag soll verdeutlicht werden, dass beim Einsatz des Polygraphen weniger die eingesetzten Geräte mit ihren unterschiedlichen Messparametern als vielmehr die jeweilige Befragungstechnik eine wichtige Rolle spielt. In diesem Zusammenhang wird der sogenannte Kontroll- oder Vergleichsfragentest, der großflächig in Nordamerika Anwendung findet, dem Tatwissentest gegenübergestellt werden, der aus wissenschaftlicher Perspektive das vielversprechendere Verfahren darstellt. Zudem wird auf neuere Verfahren der Lügendetektion wie bspw. neurofunktionale Bildgebungstechniken eingegangen und die rechtliche Situation in Deutschland skizziert.

Einladung zur Veranstaltung (pdf)


Über Prof. Dr. Matthias Gamer

Prof. Matthias Gamer ist seit 2014 Professor für Experimentelle Klinische Psychologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Davor leitete er die Forschungsgruppe „Social and Applied Psychophysiology“ im Institut für Systemische Neurowissenschaften am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.


Die Vortragsreihe „Vielfalt der Rechtspsychologie – Putting Science into Practice“ wurde von Prof. Renate Volbert, Leiterin des Fachbereichs Rechtspsychologie an der PHB, initiiert. Die Veranstaltung ist für die breite Öffentlichkeit zugänglich – alle, die sich für das Thema interessieren, sind daher herzlich willkommen! Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die Veranstaltung ist ausgebucht – daher können wir leider keine Anmeldungen mehr entgegen nehmen!

Details:

Termin
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Standort
Psychologische Hochschule Berlin
Am Köllnischen Park 2
10179 Berlin