Mai
09

Pablo Gershanik: „Psychology meets Art. Welchen Beitrag kann Kunst zur Bearbeitung von Traumata leisten?“

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Impression aus Gershaniks Arbeit mit Masken.

„Psychology meets Art – Welchen Beitrag kann die Kunst zur Bearbeitung von Traumata leisten?“ ist das Thema einer öffentlichen Podiumsdiskussion mit dem argentinischen Künstler und Schauspieler Pablo Gershanik und der deutschen Psychologin Frau Nees.

Pablo Gershanik stellt in der Veranstaltung seine Erfahrungen mit künstlerischer Traumabearbeitung im Zusammenhang mit der argentinischen Militärdiktatur vor. Gershanik hat seine eigene Geschichte, und damit die Geschichte Argentiniens und die Folgen der Militärdiktatur, in einem Kunstprojekt dargestellt. Dabei wird der Zuschauer einbezogen, sodass Begegnung und Austausch stattfindet. Die emotionalen Reaktionen der Ausstellungsbesucher haben ihn selbst sowie die Betrachter überrascht und bewegt. Das Projekt hat auch international für Aufmerksamkeit gesorgt, weshalb er ab April mit diesem Kunstprojekt mehrere Monate in Paris sein wird. In diesem Zusammenhang war es ihm möglich, der Einladung der PHB zu einem Podiumsgespräch mit Frauke Nees zu folgen. In dem Gespräch wird es um einen Austausch darüber gehen, welchen Beitrag bildende und darstellende Kunst zur psychotherapeutischen Arbeit mit Traumata leisten kann.


Zum Hintergrund:
Pablo Gershaniks Vater war zu Beginn der Militärdiktatur (1976-1983) ermordet worden. Das Kunstprojekt fand 2016 und 2017 in dem Kulturzentrum Conti in Buenos Aires statt, das sich in dem größten ehemaligen Konzentrationslager von Argentinien befindet. Die Idee des Projektes war, dass verschiedene Künstler in der 2-monatigen Schaffensphase vor Ort arbeiten und sich von diesem Ort des Schreckens beeinflussen lassen. Pablo Gershanik war überrascht von der Reaktion der Zuschauer, die ihn selbst und auch die Zuschauer in der Begegnung veränderten. So entstand die Idee zu untersuchen, welchen Beitrag Kunst und Theater für die individuelle und kollektive Verarbeitung und Aufarbeitung von Traumata leisten kann. Der künstlerische Prozess erlaubt die Externalisierung und Transformation des Erlebten. Wie auch Bessel van der Kolk („Verkörperter Schrecken“) und Karl-Heinz Brisch („Bindungsstörungen“) betonen, ist es von besonderer Bedeutung, bei diesem Prozess gesehen und gehört zu werden und sich verstanden zu fühlen. Es braucht Begegnung und Resonanz.

Die Psychologin Frauke Nees wird das Gespräch moderieren und die Brücke schlagen zu Psychologie und Trauma.


Zu den Personen: 
Pablo Gershanik studierte Darstellende Künste am Theatrical Studies Center in Mexico City. Er spezialisierte sich im weiteren Verlauf auf  Bewegungstheater an der Desmond Jones School of Mime und dem Physical Theater in London sowie an der École Internationale de Thèâtre Jacques Lecoq in Paris. Gershanik arbeitet seit 25 Jahren als Theaterregisseur sowie als Schauspiel- und Clownlehrer etwa für Mexikos Nationale Filmakademie und die Zirkusakademie „La Arena“ sowie für das Instituto Universitario Nacional del Arte (IUNA) in Buenos Aires.

 

 

 

Frauke Nees ist Diplompsychologin mit Ausbildungen in Personzentrierter Psychotherapie (GwG, HPG), Psychodynamisch Imaginativer Traumatherapie (Reddemann), Bindungsbasierter Therapie (Brisch), „Traumatic Stress Studies“ bei Bessel van der Kolk in Boston sowie Klinischer Hypnose und Hypnotherapie (DGH, Bongartz). Sie hat lange in Buenos Aires gelebt und arbeitet seit mehr als zehn Jahren mit Theaterelementen in psychotherapeutischen Kontexten.

Details:

Termin
Uhr
Standort
Psychologische Hochschule Berlin
Am Köllnischen Park 2
10179 Berlin