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Prof. em. Helmut Dahmer: „Was ist ´Analytische Sozialpsychologie`, und wozu braucht man sie?“

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Helmut Dahmer, einer der bedeutendsten psychoanalytisch orientierten Sozialphilosophen der Nachkriegszeit, ist am 13. November zu Gast an der PHB. In einem öffentlichen Vortrag wird er die Analytische Sozialpsychologie als kultur- und sozialtheoretische Richtung der Psychoanalyse vorstellen.

Erich Fromm war Namensgeber für die Analytische Sozialpsychologie, die als Erweiterung der Freudschen Psychoanalyse und Akzentuierung ihrer (1932 schon halb vergessenen) kulturhistorischen Dimension gilt. Von einer psychoanalytisch orientierten Sozialforschung erhofften sich die vom Aufstieg des Faschismus in Deutschland unmittelbar bedrohten – und vom Übergang der russischen Revolution in ein despotisch-terroristisches System abgestoßenen – deutsch-jüdischen Sozialphilosophen des Frankfurter „Instituts für Sozialforschung“ nähere Aufschlüsse über die internationale Konterrevolution. Theoretisch zum einen vorbereitet durch die „Freudomarxisten“ (der Zwischenkriegszeit), zum andern durch die nach dem zweiten Weltkrieg unternommenen Versuche, herauszufinden, was eigentlich das Wesen der zwieschlächtigen Wissenschaft Psychoanalyse sei, ist die psychoanalytische Sozialforschung bis heute ein Unternehmen isolierter Einzelner (und um sie gescharter Gruppen) geblieben. Ihnen geht es darum, herauszufinden, welche Chancen in der jeweils aktuellen gesellschaftlichen Situation die Lust an der Befreiung (von obsoleten Institutionen der Lebens- und Sozialgeschichte) gegenüber der die vergesellschafteten Individuen zumeist beherrschenden „Furcht vor der Freiheit“ hat.

Prof. em. Dr. Helmut Dahmer lebt als freier Publizist in Wien. Er studierte Soziologie und Philosophie bei Adorno, Horkheimer und Plessner und war von 1968 bis 1992 leitender Redakteur und Mithausgeber der Monatszeitschrift Psyche. In dieser Funktion machte er u.A. durch den Nachdruck des Artikels „Psychoanalyse und Weltanschauung“ von Carl Müller-Braunschweig auf die Verstrickungen mit dem und die vorauseilende Anpassung vieler nicht-jüdischer Psychoanalytiker an das NS-Regime aufmerksam, was innerhalb der Psychoanalytischen Community zu heftigen Kontroversen führte. Bis 2002 hatte er einen Lehrstuhl für Soziologie an der TU Darmstadt inne.

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Termin
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Psychologische Hochschule Berlin
Am Köllnischen Park 2
10179 Berlin