Mai
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Dr. Korinna Fritzemeyer: „Im Kontakt mit Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten – wie können wir Erschütterungen durch Krieg und Verfolgung verstehen und begegnen?“

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„Psychologie und Gesellschaft“ lautet der Titel einer neuen Vortragsreihe, die die PHB in Kooperation mit der Sektion Politische Psychologie des BDP neu ins Leben gerufen hat. In öffentlichen Vorträgen möchten wir die gesellschaftliche Rolle der Psychologie – ihre Aufgaben und Beiträge für eine resiliente und lebenswerte Gesellschaft beleuchten und reflektieren. Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine werden sich die Vorträge des Sommersemesters mit den Themen „Krieg und Flucht“ beschäftigen.

Zum Auftakt der Vortragsreihe widmet sich Dr. Korinna Fritzemeyer der Frage, wie Begegnungen mit Menschen, die Kriegserfahrungen gemacht haben, gestaltet werden können. Ausgehend von ihrer Arbeit mit Überlebenden von Krieg und kollektiver Verfolgung geht sie der Frage nach, welche Erschütterungen und emotionalen Zustände uns im (professionellen) Kontakt mit Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten begegnen. Wie kann uns das erschüttern, was sich im Kontakt – auch oder vor allem nonverbal – vermittelt? Was kann es in uns auslösen? Und wie können wir uns auch selbst vor professioneller und persönlicher Überforderung schützen? Besonders fokussiert der Vortrag die unterschiedlichen Voraussetzungen, Betroffene „vor Ort“ oder „im Exil“ zu unterstützen.

Der Vortrag findet vor Ort im Hörsaal der PHB statt. Wir bitten um Anmeldung über das Formular am Ende der Seite.

Zur Person: Korinna Fritzemeyer, Dr. phil. Dipl.-Psych. ist in Ausbildung zur psychologischen Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin am Berliner Psychoanalytischen Institut. Ihre Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich transgenerative Weitergabe von Traumatisierungen in Folge von Krieg und Verfolgung. Zu ihren Erfahrungen in der Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen im Nordirak und den Folgen von Krieg und Verfolgung in einem psychoanalytisch orientierten Projekt für geflüchtete Familien mit Kleinkindern in Berlin-Neukölln hat sie verschiedentlich veröffentlicht.

Zur Vortragsreihe: Unsere Gesellschaft befindet sich in einem Prozess beständigen Wandels. In den letzten Jahren hat dieser Prozess auf einigen Ebenen krisenhafte Ausformungen angenommen. Die Klimakrise, die Corona-Pandemie, der Ukrainekrieg und damit einhergehend neue Flucht- und Migrationsbewegungen haben das Leben vieler Menschen erschüttert und bisheri­ge Lebensweisen und Gewissheiten aufgelöst. Dabei ist die Gesellschaft zunehmend mit Spannungen und Konflikten konfrontiert, die Gefahren der Eskalation und Spaltung mit sich bringen.

Wie kann die Psychologie – mit ihrer Doppelrolle als Wissenschaft und als Profession – an dieser Stelle unterstützen? Welche gesellschaftlichen Aufgaben hat sie in Zeiten von Krisen, Konflikten und Unsicherheiten? Welche Beiträge kann sie bei der Weiterentwicklung einer lebenswerten Gesellschaft leisten und wie kann sie gesellschaftlichen Zusammenhalt und Resilienz fördern? Diesen Themen widmet sich die neue Vortragsreihe „Psychologie und Gesellschaft“, die die PHB in Kooperation mit der Sektion Politische Psychologie des Berufsverbandes deutscher Psychologinnen und Psychologen ins Leben gerufen hat.

Zur Anmeldung:

Details:

Termin:
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Standort
Psychologische Hochschule Berlin (PHB)
Am Köllnischen Park 2
10179 Berlin